Schon in den 30 Artikeln der Internationalen Menschenrechte wurde von Eleanor Roosevelt, das Recht auf Bildung als unabdingbares Menschenrecht verankert. Was für viele Schüler in der westlichen Welt als teilweise lästige, mühsame und Freizeit raubende Pflicht empfunden wird, wird von Kindern in der anderen Hemisphäre der Erde schmerzlich vermisst.

Das Recht auf Bildung beinhaltet das Recht auf Leben. Mühselige, schlecht bezahlte, oft auch entwürdigende Arbeitsplätze, sind das Los derjenigen, die auf keine solide Ausbildung zurückblicken können. Die Kluft zwischen Westen und Osten ist tief, der Lernbedarf auf der westlichen Seite ist übersättigt, im Osten herrscht ein wahrer Hunger danach. Erst wenn diese Kluft mittels einer Brücke, die sowohl Schulmittel, als auch Lernmöglichkeiten gleichmäßig und gerecht verteilt, überquert werden kann, ist eine Chancengleichheit auf der Erde denkbar.

Dass die heutige Zeit von Reformen im Schulsystem, sowie Erweiterungen von Möglichkeiten für den Einzelnen, sowohl zweite als auch dritte Bildungswege einzuschlagen, gekennzeichnet ist, kann auf der einen Seite als sehr positives Zeichen gesehen werden. Auf der anderen Seite zeigt es allerdings auch die viel zu lange andauernde Starrheit eines überalterten Systems, das dringend reformiert werden muss. Erst wenn die Individualität des Lernbedarfes von jedem Einzelnen erkannt und umgesetzt werden wird, wobei Veranlagungen, Neigungen und Interessen berücksichtigt werden, kann man von einem funktionierenden Schulsystem ausgehen. Die Kunst besteht darin, die jeweiligen Stärken der/s Lernenden konsequent zu fördern, das steigert ihr/sein Selbstvertrauen. Mit diesem Selbstvertrauen schafft man für sie/ihn die Möglichkeit einer entsprechenden, ihren/seinen Neigungen konformen Berufswahl und legt damit den Grundstein für eine funktionierende soziale Gesellschaftsstruktur.